Auf & DavonHome

Absolut lautlos

Februar 10, 2017 0 comments

Habe ich was falsch gemacht, frage ich mich kurz ein wenig erschrocken? Die Polizisten in dem Wagen bleiben stehen und schauen zu mir herüber. Dann heben sie unisono ihre Daumen, lächeln  und geben mir ein freundliches „like“. Puh, ich bin erleichtert. Das like bezieht sich auf mein Gefährt, ein matt gelbes Retro-Moped. Das ganz besondere daran, es ist elektrisch und absolut leise. Ein Spiegel links, sonst Arm raus wie beim Fahrradfahren, wenn ich abbiegen will, der vollaufgeladene Akku, bringt mich 60 Kilometer weit. Aufladen geht an jeder herkömmlichen Steckdose.

Ich mache heute eine kleine Probefahrt. Fahrradfahren finde ich sowieso gut, jetzt möchte ich gerne mal die Möglichkeiten des E-Bikes und E-Rollers bzw. Mopeds erkunden. Mein Kopf befindet sich noch ein wenig in einem ambivalenten Verhältnis: Was ist das jetzt, was ich gerade fahre, Fahrrad mit Antrieb, Moped ohne Pedale? Es ist ein Moped, erklärt mir Ossian von Urban-drivestyle in Palma. Der Laden in der Altstadt hinter dem Platz der Kirche Santa Eulalia vertreibt alles, was trendy und laut Mitbetreiber Ossian „Spaß macht“. Mir macht es allein schon Spaß, die Gesichter der Leute im Vorbeifahren zu sehen. Sonnenbrille runter, schauen, Sonnenbrille wieder hoch. Es ist ein Hingucker, das Retromoped.

 

Ich liefere mir ein „Rennen“ mit einer 125-er, ganz klassisch mit knatterndem Motor. Wer ist zuerst an der nächsten Ampel? Der Benziner brummt los, ich schwebe leise hinterher. Ampel steht auf Rot, ich treffe surrend ein, der röhrende Scooter ebenfalls. 1:1. Auf dem Paseo Marítimo fahre ich auf der rechten Spur, so ganz kann ich noch nicht glauben, dass das kein Fahrrad ist. Aber es stimmt, ich schaffe problemlos die 50, einmal rechts ein wenig mit dem Handhebel den Strom aufdrehen, schon beschleunigt das Gefährt problemlos.

Auch ein von den Betreibern selbst entworfener und gebauter Moke wird von mir in Augenschein genommen. Der Sattel erinnert an die Bananensattel der 70er Jahre, lang und breit. Für meinen Sitzkomfort ein wenig gewöhnungsbedürftig, die große runde Leuchte vorne gefällt mir allerdings gut. Die Reifen sind breit und federn schön. Ich düse kurz bei der Sifo vorbei und zeige der Besitzerin mein neues Fahrgestell, drehe eine kleine Runde, winke ihr zu, alles geräuschlos, versteht sich. Dann wird für das Foto posiert.

 

 

Zurück im Laden stöbere ich ein wenig durch die Reihen. Dort gibt es mintgrüne Scooter im klassischen Design, schöne rote Räder im Retrostil, breit geräderte Beach-Mobile, mit denen man sicherlich nicht im Sand hängen bleibt.

Ein Fahrrad hat es mir besonders angetan. Ein creme-farbenes Rad, das auf den ersten und auch zweiten Blick nicht wie ein E-bike aussieht. Der Akku ist geschickt im Rahmen verarbeitet, der Motor fällt auf der hinteren Felge kaum auf. Das wäre mein Rad, denke ich.

„Viele verwenden den E-bike Modus nur beim Bergauffahren oder beim Weg zur Arbeit, um nicht ganz so verschwitzt anzukommen“, erzählt mir Ossian. Das sei ja das Schöne an dem Rad, man könne wechseln, und auf dem Heimweg, da strampeln die meisten gerne herkömmlich mit Muskelkraft, um sich die Portion Sport abzuholen.

Er selbst ist von dem Moke überzeugt. Da haben zwei Kinder Platz, wenig Anstrengung beim Treten, das ersetzt allemal das Auto oder den Scooter. „Wir wollen nicht die Fahrradfahrer konvertieren, sondern die Auto- und Mopedfahrer, die die ewige Parkplatzsuche in der Stadt leid sind“, sagt er.

E-bikes sind tatsächlich keine großen, schwerwirkenden klobigen Räder mehr, die einen großen Akku mit sich herumschleppen müssen. E-bikes werden immer erschwinglicher und wenn sie das Auto ersetzen, sind sie geradezu ein Schnäppchen.

Die Funken sprühen in der Werkstatt seitlich vom Verkaufsraum. Dort wird das eigens entworfene und konzipierte Moke zusammengeschraubt, aber man kann auch sein Fahrrad zur Reparatur vorbei bringen. Ein deutsches Paar schaut fasziniert zu. Das Projekt Moke laufe sehr gut, erzählt Ossian. „Wäre das nichts für dich?“ fragt die Frau ihren Mann. Fahrradbauer auf Mallorca, die neue Zukunft scheint sich gerade hier in diesem Moment anzubahnen.

Ich schaue mir in der Zwischenzeit die anderen Räder an, die schönen Fahrradhelme, Taschen und Accessoires. Das senfgelbe Elektro-Moped würde ich gerne noch einmal ausführen. Eine Runde an den Strand, dort ein kleines Picknick machen und geräuschlos zurück…hach!

Halt, weiterlesen, denn jetzt wird es richtig spannend!

Diesmal gibt es etwas zu gewinnen! Einen ganzen Tag gratis Ausflug mit einem der E-bikes,-scooter oder -mopeds eurer Wahl. Wir verlosen eine Ausfahrt und für Platz 2 und 3 noch tolle Gadgets aus dem Laden.

 

Ihr müsst einfach der Facebookseite mallorca-inselgeschichten.com (inselgeschichten, Mallorca für Fortgeschrittene) und urban-drivestyle ein „Like“ schenken und unter diesem Beitrag in einem Kommentar schreiben, warum ihr E-bikes gut findet oder was ihr damit alles anstellt oder anstellen würdet. Die kreativsten Antworten gewinnen. Viel Spaß und Erfolg!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

 

You may also like

Leave a Comment