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Sifón, sifón! Hierfür läuft Encarnación meilenweit

Mai 5, 2016 0 comments

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es ist doch so…

Du hast Glück, sagt Uta zu mir. Heute schneit ein Ehrengast nach dem anderen in ihrer Sifonería vorbei. Die Weinhandlung in der kleinen Gasse in der Altstadt, wenige Schritte vom Meer, ist viel mehr als eine Weinhandlung. Es ist Treffpunkt der mallorquinischen Kunstszene, Palmesaner Urgesteine, neugieriger Touristen, Zugezogener… Die Weine kommen aus Binissalem, gute Traditionsweine für kleines Geld. Da gibt es den fast 15%igen Canamunt, der nach dem Viertel benannt ist, oder den samtigen, schweren Sang, Liebling vieler Gäste. Die Weine haben wenig Schwefel – ein Dröhnkopf am nächsten Tag bleibt dadurch eher aus, es sei denn man sitzt und nippt und plaudert und nippt noch einmal – so wie es viele der Besucher tun.

Die Sifones sind inzwischen wahre Schätze

Immer wieder mal kommt ein Stammkunde vorbei, um sich die Sifones, Flaschen mit Kohlensäure, mit denen man über Druck über ein Ventil bei Bedarf Spritzer in Wein oder Saft gibt, abzuholen. Diese bunten Flaschen haben auf der Insel inzwischen Seltenheitswert. Uta hütet ihre Sifons daher wie einen Augapfel und gibt sie nur per Pfand raus: Wer ein Sifon mitbringt, darf auch mit einem vollen davon ziehen. Auch Encarna kommt seit Jahren hierher um sich ihre Sifonflaschen eigens auffüllen zu lassen. Ursprünglich kommt sie von der Costa de la Sol. Auf Mallorca lebt sie aber schon ewig. „Hier ist es schöner“, tönt die ältere Dame. Für eine handabgefüllte Sifonflasche läuft sie durch die halbe Stadt. Ihren kleinen Sifon-Träger hat sie eigens dafür gebastelt, vier große Flaschen passen hinein. “ Das reicht mir einen guten Monat“. Ein paar Spritzer in den Wein oder Vermut um ihn leichter zu machen. Anfangs ist sie fotoscheu. Auf keinen Fall möchte sie vor die Linse, sie sei nicht präsentabel. Womit sie natürlich völlig Unrecht hat. Die alte Dame ist wirklich eine Dame. Die Haare stilvoll frisiert, eine geschmackvolle Brosche hängt an einer Kette um ihren Hals. Sie ist elegant gekleidet und vor allem eines: auf Zack! Am Ende lässt sie sich auf einem der kleinen Stühle nieder, einen Wein in der Hand (2 Euro das Glas) und fängt an zu plaudern. Und währenddessen lässt sie sich seelenruhig ablichten. „Zeig mir die Fotos“, befielt sie am Ende. „Hach, wie nett ich da lächle. Und jetzt noch eins von mir und meinem Sifon-Träger.“ Kein Problem. Guten Heimweg, Encarna!

Die Sifonería wird von Uta Gritschke betrieben. Sie lebt seit vielen Jahren in Palma. Die Sifones sind kleine Kunstwerke, bunt und in dichten Reihen schmiegen sie sich an die Gewölbewand. Die Weine kommen weitgehend von der Insel, aus Binissalem. Der Sang (übersetzt Katalanisch bedeutet es Blut) ist einer der Lieblinge. Im Hintergrund laufen alte Filme aus den 60-er Jahren auf einer Leinwand. Es gibt tausend nette Dinge zu entdecken in dem Gewölbekeller. Und während man einen Sekt, Vermut oder Wein auswählt, kann man schon mal kosten.

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Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 11.30 – 14.00 Uhr und 17.00 – 21.00 Uhr Sonntags und Montags geschlossen

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Ort und Kontakt:

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667 97 40 66
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Öffnet um 11:30 11:30 – 14:00, 17:00 – 21:00

 

 

 

 

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