Leib & SeeleMorgens um halb zehn in Palma

Die perfekte Welle

Juli 20, 2016 0 comments

Es.ist.heiß. Schon morgens perlt der Schweiß in der Sonne. Heute ist der Tag für sie, habe ich beschlossen. Die perfekte Welle. Ich spüre es. Nein, das ruhige Mittelmeer wird sie mir nicht bescheren. Ich stehe in der warmen Calle Sindicato. Die Welle von der ich spreche, wird hier eintreffen. Ice wave nennt sich der Laden, inklusive Idee und Konzept. Eiskauf mit Live show kündigen sie selbstbewusst an. Da erwarte ich mindestens springende Delphine. Ich stelle mich zu einer Gruppe wartender Kunden. Sie haben anscheinend ein Bananeneis bestellt. Die Verkäuferin nimmt eine halbe Banane, gießt ein wenig vanillefarbene Masse darüber – es wird die Eiscreme in flüssigem Zustand sein. Mit einem breiten Spatel hackt sie auf die arme kleine Banane ein. Immer und immer wieder, es war wohl eine böse Banane, vielleicht eine von den Kanaren, nicht fair-trade und so. Sie vermengt die Vanillecreme mit den Bananenstücken, bis am Ende nur noch ein Brei übrig ist. Auf der tiefgekühlten Platte gefriert diese Masse sofort. Als von der Banane nicht mehr viel zu erkennen ist, streicht sie die Masse auf der Fläche glatt. Jetzt kommt der Spatel wieder ins Spiel. Gekonnt und mit Gefühl schiebt sie die gefrorene Masse zu einer Rolle, nein, Welle! Die erste gelingt ihr gut. Die nächsten Wellen brechen etwas ab, zerfallen eher in Eisscheiben. Wusch! Der Spatel nimmt Anlauf, die dünne Eisschicht türmt sich auf, wird rund …Anders als im Meer zerschellt die Welle nicht an einem Felsen oder läuft langsam am Strand aus. Sie endet in einem Becher und wird sofort hungrig aufgeschleckt.

Es ist eben wie beim Surfen. Die perfekte Welle zu erwischen, ist ein Kunstwerk. Aber auch kleinere Brecher schmecken lecker.

 

 

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